Planlos im Westerwald | Teil 3

Der nächste Morgen. Wir schaffen es sogar rechtzeitig zum Fußballfeld, wieder mit dem mittlerweile obligatorischen Topf Eistee und jeder Menge Motivation. Doch mit der Zeit wich unsere Begeisterung der Frage: Was tun wir? Holen wir uns hier den Pott oder verlieren wir und gehen essen?

Glücklicherweise mussten wir das nicht selbst entscheiden, das machte die Organisation des Turniers für uns. Sie stellte uns, einer BL mit dem Durchschnittsalter 20/21, eine Mannschaft, bestehend aus Wölflingen, deren größter Mitspieler gerade so über die Stange schauen konnte, gegenüber.

Wir gaben zwar unser Bestes, dennoch hatten wir der geballten Power der Gegner nichts entgegenzusetzen und seltsamerweise landeten unsere Elfmeter immer in der Ecke…komisch….

So gaben wir das Spiel verloren und hätten eigentlich Zeit für die Essmeile gehabt…… hätten……Es kam, wie es kommen musste, wir verpassten auch das Essen in der Essmeile. Heißt für uns? Selbst kochen. Und zwar Linsen mit Spätzle, was dort oben im Westerwald auch unbekannt zu sein scheint …… Banausen…..

In Westernohe gibt es zwei Plätze (Altenberg und Kirschbaum). Beide sind durch einen längeren Fußweg miteinander verbunden. Da wir unser Lager auf dem Altenberg hatten, hatten wir noch nicht viel vom Kirschbaum gesehen und beschlossen, dieses nachzuholen. Bevor uns noch unsere Verplantheit in den Weg kommen könnte, packten wir unsere Sachen (in diesem Fall Becher und Wasserbombenschleuder) und gingen los.

Der größte Unterschied zwischen beiden Plätzen liegt in der Atmosphäre. Während der Altenberg eher an ein Festival als an ein Lager erinnert (was auch an den vielen Rover- und Leiterrunden liegen könnte), findet man auf dem Kirschbaum eher das „wirkliche“ Lager, mit Lagerbauten, Banner und was man halt sonst noch so vom Lager her kennt.  Was die Lagerbauten betrifft, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wer glaubt, dass man ein Kettenkarussell nur auf Festen/auf der Kirmes findet, irrt. Es gibt’s doch tatsächlich Pfadis, die einfach so mal für ein paar Tage ein Kettenkarussell aus einigen Stangen, Ketten, Spanngurten und vier Schwedenstühlen bauen. Wir wollten eigentlich auch damit fahren, aber ein technischer Defekt hinderte uns daran. Macht nichts, für nächstes Jahr ist eine Achterbahn angekündigt worden. Mit der fahren wir sicher!

Highlight auf dem Kirschbaum für uns war aber ein lebensgroßes, durch ein umgebautes Fahrrad angetriebenes „Looping Louie“. Dieses fanden wir eher durch Zufall auf einem entlegenen Platz. Hätten wir danach gesucht, hätten wir es wohl nie gefunden.  Wer das Spiel nicht kennt, sollte es unbedingt einmal versuchen, vor allem in Lebensgröße.

Was mich aber am meisten erstaunte, war eine Roverrunde, die mit Sofas, einem Tischkicker und einem Rasenmäher (!) angereist kam. Und wozu der Rasenmäher? Ist doch logisch, um eine Minigolfbahn aufzubauen. Für was denn sonst?

Muss ich noch erwähnen, dass unsere Wasserbombenschleuder der Renner bei allen war?

Nun gut, unser Rundgang endete pünktlich zum Campfire-Abend in der Arena und nach einem kurzen Happen im Zelt genossen wir das Abendprogramm dort. Es gab viel zu sehen, viel Musik, vor allem aber bliebt mir die Feuershow in Erinnerung, die, trotz diverser technischer Probleme (eine Feuershow mit Fackeln, die nicht brennen, ist nicht ganz so optimal) wunderbar anzusehen war.

Über den restlichen Abend will ich wieder den altbekannten Mantel des Schweigens hüllen, ihr könnt euch sicher denken, was wir taten.

Am nächsten Morgen zeigten wir noch einmal unsere Planlosigkeit, als es darum ging, unsere Abfahrt zu organisieren. Da wurden Leute angerufen, Materialien umgeschichtet etc. Aber schlussendlich schafften wir es doch irgendwie, alle(s) in die Autos zu verteilen und nach dem obligatorischen Abschlusskreis mit „Nehmt Abschied, Brüder“ stiegen wir in unsere Autos und machten uns auf die lange Reise zurück nach Hause.

Was bleibt?

Jede Menge neue Erfahrungen (z.B. muss Bio-Wein nicht unbedingt besser sein als der aus dem Drei-Liter-Tetrapack), neue Erkenntnisse (Schotten tragen was unter ihrem Schottenrock) und vor allem der Plan für nächstes Jahr: Wir gehen wieder! (und der Plan wird definitiv umgesetzt)

Und auch wenn sich mein Bericht zwischendurch etwas chaotisch anhört, es war eine der geilsten Aktionen, die ich je erlebt habe, vor allem dank einer der liebenswertesten Chaotentruppe aus unserem Bezirk…

An dieser Stelle einen Gruß an Fischi, Mono, Röschdi, Raphi, Timmy, Jan und die tzwei Tzimons

Euer Barfuß

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